Alba 2026 · Newsletter

Aus dem Piemont

Monatliche Updates · Oktober nähert sich

Frühlingsgrüne Weinberge der Langhe
Langhe · Germogliazione · April
204 Tage bis Alba

La Germogliazione – wenn die Reben erwachen

Der April ist da – und mit ihm kehrt das Leben in die Weinberge zurück. Während der Rebschnitt des März die Reben geformt hat, tut der April das Spektakulärere: Er lässt sie ausschlagen. Die Langhe-Hügel färben sich hellgrün, als hätte jemand über Nacht einen Pinsel angesetzt. Noch 204 Tage. Die Richtung stimmt.

La Germogliazione

Germogliazione – das Austreiben der Knospen – ist der erste sichtbare Schritt des Weinjahrgangs. Was im März durch den Schnitt vorbereitet wurde, wird jetzt sichtbar: Die ersten zarten Triebe brechen durch die Rinde, die Weinberge verwandeln sich von kahlen Skeletten in lebendige, hellgrüne Landschaften. Die Winzer beobachten es genau – denn ein früher Austrieb bedeutet auch erhöhtes Frostrisiko. Noch immer können Nächte unter null kommen und die jungen Triebe vernichten.

Beim Nebbiolo ist dieser Moment besonders heikel: Er treibt früh aus, reift aber als letzter. Das macht ihn zur anspruchsvollsten und zugleich königlichsten Rebsorte der Langhe. Was im April ausschlägt, werden wir im Oktober als Barbaresco im Glas haben.

Die Rebe, die wir bei Giuseppe Cortese am 24. Oktober verkosten, wächst gerade – auf der Rabajà-Lage, im ersten Grün des Jahres.

🍷

Was der April bringt

Vom 12. bis 15. April dreht sich in Verona alles um Wein: Die Vinitaly (58. Ausgabe) bringt über 4.000 Weinbetriebe aus 130 Ländern zusammen. Viele der Langhe-Winzer, die wir im Oktober besuchen, präsentieren dort ihre neuen Jahrgänge. Was in Verona im Glas endet, steht im Oktober bei uns auf dem Tisch.

In der Langhe selbst: Am 25. und 26. April finden rund um Alba Weinevents statt, bei denen Produzenten aus Langhe, Monferrato und Roero ihre Weine präsentieren.

Fünf Sätze für Alba

🍷

«Un bicchiere di Barbaresco, per favore.»

Ein Glas Barbaresco, bitte.

🍽️

«Posso assaggiare prima?»

Darf ich zuerst probieren?

💳

«Il conto, per favore – ma senza fretta.»

Die Rechnung bitte – aber ohne Eile.

für Fortgeschrittene
🚽

«Dov'è il cesso?»

Wo ist das Klo? – Nicht «bagno», das ist zu höflich. Überraschte Blicke garantiert, aber man wird verstanden.

😵

«È colpa del Barolo, non mia.»

Das ist die Schuld des Barolo, nicht meine. – Universell einsetzbar: beim dritten Glas, beim Verlust des Gleichgewichts oder wenn man den Rückweg zum Hotel vergessen hat.

Weinberge der Langhe im Winter
Langhe · Piemont · Winter
218 Tage bis Alba

Der Countdown beginnt – und in den Weinbergen auch

Der März hat uns wieder – und mit ihm der erste Monat, in dem wir offiziell sagen dürfen: wir fahren nach Alba. Noch 218 Tage. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Deshalb starten wir ab heute mit diesem monatlichen Newsletter – einem kleinen Fenster ins Piemont, das sich jeden Monat ein Stück weiter öffnet.

La Potatura – der Rebschnitt

Während wir noch Wintermäntel tragen, sind die Vignerons der Langhe bereits mitten in der wichtigsten Arbeit des Jahres: dem Rebschnitt. Die potatura entscheidet, wie viele Triebe eine Rebe tragen darf, wie konzentriert ihre Trauben sein werden und – letztlich – wie der Barolo oder Barbaresco dieses Jahrgangs schmecken wird. Es ist stille, geduldige Arbeit, von Hand, Rebe für Rebe, Hügel für Hügel.

Der Nebbiolo – die Königin der piemontesischen Rebsorten – braucht diese Sorgfalt mehr als andere. Ihr Name leitet sich von nebbia ab, dem Nebel, der im Oktober die Täler der Langhe einhüllt, wenn sie reif wird. Ein Wein, der buchstäblich im Nebel beginnt.

Empfehltipp für den Einstieg: Eine Flasche Langhe Nebbiolo öffnen – der «kleine Bruder» des Barolo, zugänglich und wunderbar aromatisch. Ideale Einstimmung auf Oktober.

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Was der März bringt

Alba und die Langhe erwachen langsam aus dem Winter. Die ersten Haselsträucher blühen auf den Hügeln, die Weinberge zeigen noch ihre kahle Winterskelettstruktur – und genau das macht sie im März so fotogen: klare Linien, dramatisches Licht, Hügel so ordentlich wie Fingerabdrücke. Es ist die ruhigste Zeit des Jahres im Piemont, und wer jetzt dort ist, hat die Restaurants und Weinkeller fast für sich allein.

Im April beginnt die Saison der Frühjahrsmessen – darunter die Vinitaly in Verona, die wichtigste Weinmesse Italiens. Viele Langhe-Winzer präsentieren dort ihre neuen Jahrgänge. Was im April in Verona gezeigt wird, trinken wir im Oktober in Neive.

CarlinCarlota – unser Zuhause auf Zeit

Neive ist eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer Italiens – und mittendrin liegt unser CarlinCarlota. Boutique-Hotel, Restaurant und piemontesische Gastfreundschaft unter einem Dach, eingebettet in die UNESCO-Weinberge der Langhe. Das hauseigene Restaurant fasst nur 40 Gäste und kocht, was die Saison hergibt: im Oktober also Trüffel, Tajarin, Agnolotti und alles, was man in dieser Gegend einfach essen muss. Wir werden dort frühstücken, zu Abend essen und morgens auf der Terrasse Kaffee trinken, während die Nebelschwaden langsam aus den Tälern steigen. Es wird schön.