La Germogliazione – wenn die Reben erwachen
Der April ist da – und mit ihm kehrt das Leben in die Weinberge zurück. Während der Rebschnitt des März die Reben geformt hat, tut der April das Spektakulärere: Er lässt sie ausschlagen. Die Langhe-Hügel färben sich hellgrün, als hätte jemand über Nacht einen Pinsel angesetzt. Noch 204 Tage. Die Richtung stimmt.
Monatsthema
La Germogliazione
Germogliazione – das Austreiben der Knospen – ist der erste sichtbare Schritt des Weinjahrgangs. Was im März durch den Schnitt vorbereitet wurde, wird jetzt sichtbar: Die ersten zarten Triebe brechen durch die Rinde, die Weinberge verwandeln sich von kahlen Skeletten in lebendige, hellgrüne Landschaften. Die Winzer beobachten es genau – denn ein früher Austrieb bedeutet auch erhöhtes Frostrisiko. Noch immer können Nächte unter null kommen und die jungen Triebe vernichten.
Beim Nebbiolo ist dieser Moment besonders heikel: Er treibt früh aus, reift aber als letzter. Das macht ihn zur anspruchsvollsten und zugleich königlichsten Rebsorte der Langhe. Was im April ausschlägt, werden wir im Oktober als Barbaresco im Glas haben.
Die Rebe, die wir bei Giuseppe Cortese am 24. Oktober verkosten, wächst gerade – auf der Rabajà-Lage, im ersten Grün des Jahres.
Aus dem Piemont
Was der April bringt
Vom 12. bis 15. April dreht sich in Verona alles um Wein: Die Vinitaly (58. Ausgabe) bringt über 4.000 Weinbetriebe aus 130 Ländern zusammen. Viele der Langhe-Winzer, die wir im Oktober besuchen, präsentieren dort ihre neuen Jahrgänge. Was in Verona im Glas endet, steht im Oktober bei uns auf dem Tisch.
In der Langhe selbst: Am 25. und 26. April finden rund um Alba Weinevents statt, bei denen Produzenten aus Langhe, Monferrato und Roero ihre Weine präsentieren.
Un po' d'italiano 🇮🇹
Fünf Sätze für Alba
«Un bicchiere di Barbaresco, per favore.»
Ein Glas Barbaresco, bitte.
«Posso assaggiare prima?»
Darf ich zuerst probieren?
«Il conto, per favore – ma senza fretta.»
Die Rechnung bitte – aber ohne Eile.
«Dov'è il cesso?»
Wo ist das Klo? – Nicht «bagno», das ist zu höflich. Überraschte Blicke garantiert, aber man wird verstanden.
«È colpa del Barolo, non mia.»
Das ist die Schuld des Barolo, nicht meine. – Universell einsetzbar: beim dritten Glas, beim Verlust des Gleichgewichts oder wenn man den Rückweg zum Hotel vergessen hat.